Marken machen Marken – Antrieb aus dem Backstage Bereich

von Katharina Leistner und Jana Schalk

Am Mittwoch den 29.05.2013 um 13.00 Uhr fand das 16te Tourismusforum an der Hochschule Harz statt. Das Forum bot eine Möglichkeit des gemeinsamen Debattierens zwischen den Gastreferenten, Dozenten sowie den Studierenden über das sukzessive Verschwinden von Marken in der Onlinewelt und anwendbaren Strategien zum Entgegenwirken. Organisiert wurde die Veranstaltung durch das Projektteam, unter der Leitung von Lisa Bauer und Anna-Lena Körner.

Zunächst trafen sich alle Interessierten im Foyer um sich mit Kaffee, Kuchen und belegten Brötchen, die vom Hit-Cafe angeboten wurden, auf das Themenforum einzustimmen

Eröffnet wurde das Themenforum durch eine Ansprache des Hochschulrektors Prof. Dr.Armin Willingmann, der die Anwesenden begrüßte und die Gelegenheit nutztedas schwierige Thema der geplanten Sparmaßnahmen vom Land Sachsen-Anhalt anzusprechen. Dabei forderte er auf, aktiv zum Erhalt der berühmtesten Hochschule Deutschlands mitzuwirken.

Anschließend übernahm Ralf Pispers, Geschäftsführer von der .dotkommrichmediasolutions GmbH, Autor, Dozent und Referentdas Wort. „…warum sind Marken gefährdet…?“ Mit dieser Frage begann Herr Pispers die Problemstellung der heutigen Produktdarstellungen auf Internetseiten zu erläutern und Auswege zu generieren, um die potentielle Kaufbereitschaft der Kunden zu erhöhen. Dem entgegen wirken: Überfüllte Websites, Preisstörer, schlechte Darstellungen und das Nichtansprechenvon Emotionen. Schon auf der Homepage fehlt die Markenidentität – „…wo ist denn der Unterschied …“? – es fehlt einfach jegliches Differenzierungsmerkmal und „…ich spüre die Marke nicht mehr…“. Wenn es keine Präferenzstrategie gibt, welche Strategie bleibt dann? Die Preisstrategie! Durch die mangelnde Markenprofilierung wurde der Verkauf dem Preis in die Hand gegeben, sodass der Preis die primäre Entscheidungsfindung mehr unterstützt als die Marke an sich.

Ralf Pispers bot drei grundlegende Lösungsansätze, um eine Identifizierung mit der Marke und somit ein neues Kauferlebnis für den Kunden zu schaffen.

Hierfür bedarf es zum Einen: dem Neuromarketing, welches die Frage aufwirft: Wie lassen sich Kunden beeinflussen. Der Mensch sieht nur das, was zu seinen Handlungsmotiven passt. Hierzu eignen sich Bilder in entsprechender Größe und dem Kundenwunsch entsprechende, diverse visuelle Reize.

Des Weiteren bedarf es einer Weiterentwicklung in der Beratungsleistung, zum Beispiel durch Videochat mit beratenden Agenten auf den entsprechenden Internetseiten.

Der Letzte und möglicherweise zukunftsweisendste Lösungsansatz ist die multisensorische Produktpräsentation. Völlig neue Innovationen, wie Verkaufsvideos, die  aus dem Hubschrauber gefilmte Zielgebiete zeigen, sollen den Markt revolutionieren.

Eine zehnminütige Pause bot erneut Gelegenheit zur Stärkung und zum geistigen Austausch.

Von der Theorie zur Praxis: Ekkehard Hoffmann, Geschäftsführer von clevertours.com GmbH, bei DER Touristik tätig, berichtete im zweiten Teil der Veranstaltung über Urlaub aus dem Supermarkt: Reiseentscheidung zwischen Obst- und Käsetheke. Herr Hoffmann erläuterte anhand der REWE Touristik, die nach Lidl, Netto und Aldi, 2008 erstmalig den Vertrieb eigener Reiseangebote über den Supermarkt etablierte. Durch die späte Platzierung am Markt ließen sich Vermarktungsschwachstellen und Preisschieflagen erkennen, die es zu bewältigen galt. Daraus resultierte der Vergleich mit Wettbewerbernim Sinne von: „Daten sind das A und O, ohne Daten können wir in Zukunft nicht überleben.“ Anhand dieser Vergleichskriterien entwickelte das Unternehmen seinen neuen Leitsatz: „REWE Reisen ist der agile Direktvermarkter mit dem relevanten Portfolio, dem preisattraktiven Angeboten und der engen Kundennähe“.

Abgeleitete Maßnahmen sind: die Heranführung von Supermarktkunden an das touristische Angebot, Preisattraktivität, schnelle Entscheidungsfindungen und agile IT-Lösungen. Diese äußern sich aktiv im Aufbau von Kundendaten, der Einführung einer Apps für Smartphonesund dem Ausbau der Kundenansprache über Social Media.

Damit endete das diesjährige, gelungene Themenforum und bot allen Anwesenden den erzielten Denkanstoß über Strategien gegen das sukzessive Verschwinden von Marken in der Onlinewelt.

Kommentare sind geschlossen.